Weed.de Rezept online: Wie funktioniert die Online-Begutachtung?

Wer ein Cannabis-Rezept über Weed.de online anfragt, steht oft vor denselben Fragen: Wie läuft die ärztliche Begutachtung digital ab, was prüft der Arzt genau, wie lange dauert es vom Erstkontakt bis zum Rezept, und wo liegen die Stolpersteine? Ich begleite Patientinnen und Patienten seit Jahren durch diesen Prozess, klassisch in der Praxis und zunehmend auch im Telemedizin-Setting. Der digitale Weg ist nicht nur bequem, er ist klar strukturiert, rechtlich gerahmt, und er verlangt saubere Vorbereitung. Wenn Sie wissen, worauf es ankommt, sparen Sie Zeit, Nerven und in manchen Fällen mehrere https://www.weed.de/strainsuche Wochen Verzögerung.

Dieser Leitfaden erklärt die Online-Begutachtung praxisnah: wie die Anmeldung funktioniert, welche Unterlagen wirklich zählen, wie Ärztinnen die Indikation bewerten, wo Kassenanträge bremsen, und was in Sonderfällen greift, etwa bei Führerscheinfragen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Keine Theorie, sondern konkrete Abläufe mit den typischen Entscheidungspunkten.

Warum überhaupt online? Der reale Vorteil

Telemedizin ist kein Marketinggag, sondern eine Antwort auf drei handfeste Engpässe: wenig erfahrene Cannabis-Ärztinnen vor Ort, lange Wartezeiten in Präsenz, und unklare Zuständigkeiten bei Verordnungen, die regelmäßig erneuert werden müssen. Wer chronische Schmerzen hat, möchte nicht sechs Wochen auf einen Termin warten, nur um mit leeren Händen wiederzukommen, weil der Arzt keine Cannabisrezepte ausstellt. Online-Plattformen wie Weed.de bündeln spezialisierte Ärztinnen, standardisieren den Ablauf, und dokumentieren lückenlos. Das schafft Verlässlichkeit.

Dazu kommt die rechtliche Seite: Medizinisches Cannabis ist in Deutschland verschreibungsfähig, aber kein Alltagsrezept. Ärztinnen müssen Diagnose, Vorbehandlungen und Nutzen-Risiko-Abwägung sauber belegen. Ein strukturierter digitaler Prozess mit Anamneseformular, Upload-Feld für Befunde und Videokonsultation hilft, diese Anforderungen zu erfüllen. In der Praxis reduziert das Nachfragen, weil die richtigen Informationen vorher abgefragt werden.

Was Sie vorab klären sollten

Sie brauchen keine perfekten Ordner, aber ein paar Punkte sollten sitzen, sonst hakt es gern an derselben Stelle. In der Praxis sehe ich immer wieder, wie Anträge scheitern, weil die Behandlungsversuche nicht nachvollziehbar sind oder Diagnosen nicht ausreichend belegt sind.

    Relevante Diagnose: Chronische Schmerzen, Spastik bei MS, Tourette, ADHS bei Erwachsenen, therapieresistente Schlafstörungen, Angststörungen, Übelkeit unter Chemotherapie, und einige weitere, je nach Verlauf. Entscheidend ist weniger der Name der Diagnose, sondern die Schwere, Chronizität und ob konventionelle Therapien unzurereichend wirken oder unverträglich sind. Dokumentierte Vorbehandlungen: Mindestens zwei bis drei ernsthafte Behandlungsversuche sind üblich, mit Datum, Dosierung, Dauer und Ergebnis. “Hat nicht geholfen” reicht nicht, besser: 8 Wochen Duloxetin bis 60 mg, Nebenwirkungen Schwindel, Abbruch. Kontraindikationen im Blick: Psychosen in der Vorgeschichte, unbehandelte schwere Herzrhythmusstörungen, instabile KHK, Schwangerschaft, Hochrisiko-Suchtverlauf. Diese Befunde schließen nicht immer alles aus, sie verlangen aber besondere Vorsicht oder Alternativen.

Diese Vorarbeit muss nicht perfekt sein, sie sollte nur ehrlich und präzise sein. Ärztinnen interessieren differenzierte Verläufe, nicht geschönte Geschichten. Wer offen über Eigenmedikation spricht, bekommt meist eine sachliche Einordnung statt einer Rüge, solange kein akuter Missbrauch vorliegt.

So läuft die Online-Begutachtung typischerweise ab

Die Details variieren leicht je nach Plattformversion und Praxispartnern, der Grundablauf ist konstant. Wenn Sie das einmal gesehen haben, wirkt der Prozess entmystifiziert.

Erstregistrierung: Sie erstellen ein Konto, bestätigen die E-Mail, und hinterlegen Basisdaten. Das dauert selten länger als 5 bis 10 Minuten. Im Anschluss füllen Sie den medizinischen Fragebogen aus, der nach Symptomen, Vorerkrankungen, Medikamentenplan, Allergien, Substanzkonsum, Schwangerschaft und Führerschein fragt. Planen Sie dafür 15 bis 25 Minuten, wenn Sie Befunde parat haben.

Upload-Unterlagen: Befunde und Arztbriefe als PDF oder Foto reichen. Wichtig ist Lesbarkeit, also lieber ein einziges kombiniertes PDF als sechs schiefe Handyfotos. Typisch hilfreich sind: letzte Facharztbefunde, MRT- oder Laborberichte, Medikationsplan, Entlassbriefe, Psychotherapie- oder Schmerztherapieberichte, wenn vorhanden.

Ident-Verifizierung: Vor dem Termin oder direkt im Termin per Video, Ausweis in die Kamera halten, manchmal mit kurzer Bewegungsprüfung. Das dient der Rechtssicherheit und dem Schutz vor Rezeptmissbrauch.

Videotermin: 20 bis 30 Minuten sind üblich beim Erstkontakt. Die Ärztin prüft die Angaben, stellt gezielte Fragen, erklärt Therapieoptionen und Risiken, und erarbeitet mit Ihnen ein Therapieziel. Es geht nicht darum, ob Cannabis grundsätzlich “gut” ist, sondern ob es in Ihrem Fall sinnvoll ist, mit welcher Sorte, welchem THC/CBD-Verhältnis, und zu welchem Tageszeitpunkt.

Therapieentscheidung: Wenn die Indikation vorliegt und keine harten Kontraindikationen bestehen, erhalten Sie entweder direkt ein Privatrezept oder, falls Sie gesetzlich versichert sind und die Voraussetzungen dafür gegeben sind, Unterstützung beim Antrag auf Kostenübernahme. Privatversicherte sehen oft weniger Hürden, müssen aber die Vertragsbedingungen kennen.

Folgerezept und Monitoring: Die erste Verordnung ist in der Regel konservativ dosiert, mit enger Kontrolle. Ein Kontrolltermin nach 4 bis 8 Wochen ist üblich. Die Ärztin dokumentiert Wirkung, Nebenwirkungen und Alltagstauglichkeit, und passt die Dosis an. Ohne Verlaufskontrolle bleiben Dosissteigerungen selten genehmigt.

Aus der Erfahrung: Wer die Erstbegutachtung ernst nimmt, spart sich zwei bis drei Folge-E-Mails und manchmal ein zweites Gespräch, weil alle Bausteine schon sauber an Ort und Stelle sind.

Was Ärztinnen konkret prüfen

Die Logik ist medizinisch und forensisch. Cannabis ist ein wirksames, aber psychotropes Arzneimittel. Die Prüfung folgt einer klaren Spur:

Kausalität und Schweregrad: Besteht eine belastbare, fachlich kodierte Diagnose, die den Symptomdruck erklärt? Liegen Tagebuchnotizen, Skalen oder Verlaufsberichte vor, die den Alltagseinschnitt zeigen, etwa Schlafdauer, Schmerztage, Arbeitsunfähigkeitstage?

Therapieverlauf: Wurden leitliniengerechte Optionen versucht, in angemessener Dosis und Dauer? Bei neuropathischen Schmerzen zum Beispiel klassische Antikonvulsiva, Antidepressiva, Physio, interdisziplinäre Maßnahmen. Bei ADHS, wenn relevant, Stimulanzien, Verhaltenstherapie. Nicht jedes Fach muss erschöpft sein, aber ein ernsthafter Pfad sollte erkennbar sein.

Nutzen-Risiko: Gibt es Hinweise auf Psychoserisiko, instabile Stimmungslage, Substanzmissbrauch, schwerwiegende kardiale Risiken? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Cannabis den Funktionslevel verbessert, und wie messen wir das?

Alltagstauglichkeit: Führen Sie ein Fahrzeug, bedienen Sie Maschinen, verantworten Sie Menschenleben im Job? Dann gelten strengere Maßstäbe für Dosistiming, Sortenwahl und Aufklärung zur Verkehrstüchtigkeit.

Adhärenz: Wird der Patient die Therapie verantwortungsvoll umsetzen, dokumentieren und bei Problemen rechtzeitig melden? Telemedizin braucht hier gegenseitiges Vertrauen. Ärztinnen lesen zwischen den Zeilen, ob das klappen wird.

Privatrezept, Kassenrezept, Kostenübernahme: was realistisch ist

Ein Missverständnis hält sich hartnäckig: Wer eine Indikation hat, bekommt automatisch ein Kassenrezept. In der Praxis gibt es drei Wege, und welcher passt, hängt von Versicherungsstatus, Diagnose und Vorbehandlungen ab.

Privatrezept: Das ist der schnellste Weg, besonders beim Erstversuch oder wenn die Voraussetzungen für die GKV-Übernahme nicht gegeben sind. Sie bezahlen Cannabisblüten oder Extrakte selbst. Je nach Produkt und Dosis reichen die Monatskosten von etwa 150 bis 400 Euro, bei höheren Dosen auch darüber. Für viele ist das als Überbrückung sinnvoll, um Wirkung und Verträglichkeit zu testen, während ein strukturierter GKV-Antrag vorbereitet wird.

Gesetzliche Krankenversicherung: Die Kasse kann Cannabis erstatten, wenn eine schwere Erkrankung vorliegt und Standardtherapien nicht ausreichend sind oder nicht infrage kommen. Formal braucht es einen Antrag mit ärztlicher Begründung, teils ergänzt um Facharztstellungnahmen. Die Prüfung dauert in der Regel bis zu 3 Wochen, wenn die Kasse den MD einschaltet, auch 5 Wochen. Ablehnungen sind nicht selten, oft wegen unvollständiger Vorbehandlungsdokumentation oder unklarer Therapiezieldefinition. Widerspruch ist möglich und nicht aussichtslos, wenn die Unterlagen nachgebessert werden.

Private Krankenversicherung: Erstattung hängt vom Tarif ab. Viele PKVen erstatten bei klarer Indikation, verlangen aber saubere Begründung und gelegentlich Voranfrage. Die Bearbeitungszeit liegt meist zwischen einigen Tagen und zwei Wochen.

Ein pragmatischer Weg, den ich oft sehe: Erstverordnung als Privatrezept für 4 bis 8 Wochen, enges Monitoring, dann Antrag mit den ersten Verlaufsdaten. Konkrete Zahlen, wie zum Beispiel Reduktion der Schmerzintensität von 7/10 auf 4/10 und verbesserte Schlafdauer um 90 Minuten, schaffen Akzeptanz.

Was im Video-Termin tatsächlich besprochen wird

Viele erwarten ein Frage-Antwort-Quiz. In guten Terminen ist es eher ein strukturiertes Gespräch mit klaren Zielmarken. Typische Bausteine:

    Ihre Hauptziele: besser schlafen, weniger Schmerzattacken, weniger Spastik, weniger Übelkeit, weniger Tics. Ein bis zwei primäre Ziele, nicht fünf. Sonst verläuft sich die Bewertung. Alltag und Risiken: Beruf mit Maschinen oder Fahrzeugen, Kinderbetreuung in der Nacht, geplante Prüfungen. Das bestimmt Dosisfenster und Sorten. Pharmaprofil: THC, CBD, Terpene, Inhalation versus orale Einnahme. In der Einstiegstherapie ist ein CBD-betonter Start oder ein moderates THC Produkt üblich, mit klaren Zeitfenstern. Wechselwirkungen: Warfarin, DOAKs, Clozapin, bestimmte Antiepileptika, Triptane, starke Sedativa. Hier entscheidet das Dosisdesign, nicht selten auch ein Monitoring von Leberwerten. Verkehrstüchtigkeit: Keine Teilnahme am Straßenverkehr unter akuter Wirkung, Wartezeiten nach Inhalation sind länger als viele denken. Im Alltag rechne ich mit mindestens 6 bis 8 Stunden Pause nach inhalativem THC, bei oralen Formen eher 10 bis 12 Stunden, weil die Wirkung länger nachhallt. Die Spanne ist individuell, daher lieber konservativ planen.

Ehrlichkeit ist hier kostbar. Wer seine Wochenend-Gewohnheiten verschweigt, riskiert eine unwirksame oder gefährliche Dosisplanung.

Produktwahl: Blüte oder Extrakt, Inhalation oder Tropfen

Es gibt keine Einheitslösung. Was funktioniert, hängt vom Symptomprofil und dem Tagesrhythmus ab.

Blüten, vaporisiert: Schneller Wirkungseintritt nach wenigen Minuten, gute Steuerbarkeit bei Bedarfssymptomen, etwa Durchbruchschmerz oder Einschlafphase. Nachteil: kürzere Wirkdauer, Schwankungen durch Inhalationstechnik, und rechtliche Stolpersteine beim Führen eines Fahrzeugs, wenn Timing nicht passt.

Extrakte oder Dronabinol, oral: Stabilere Plasmaspiegel, längere Wirkdauer über 6 bis 8 Stunden, oft besser für Grundlast wie nächtliche Schmerzen, Spastik oder Angst. Wirkungseintritt verzögert um 30 bis 90 Minuten. Feindosierung verlangt Geduld, weil die Steigerung in kleinen Schritten passiert.

CBD-dominant versus THC-dominant: CBD kann bei Angst und Entzündungsprofilen entlasten, THC bringt oft die stärkere analgetische und spasmolytische Wirkung. Viele starten mit ausgewogeneren Profilen und tasten sich an den THC-Sweet-Spot heran, der Wirkung bringt ohne kognitive Beeinträchtigung. Gute Einstiegsbereiche liegen bei 2,5 bis 7,5 mg THC pro Dosis oral, inhalativ geringer. Das ist ein Orientierungsbereich, nicht dogmatisch.

Aus der Praxis: Wer tagsüber konzentriert arbeiten muss, nutzt häufiger abends THC und tagsüber CBD oder sehr niedrige THC-Mengen. Bei Chemotherapie-assoziierter Übelkeit zählt der schnelle Wirkungseintritt, daher haben vaporisierte Blüten oder schnell wirksame oromukosale Formen einen Vorteil.

Zeitachsen, auf die Sie sich einstellen sollten

Wer die Zeitfaktoren kennt, plant besser. Ein realistischer Korridor, den ich bei gut vorbereiteten Patientinnen sehe:

Registrierung und Fragebogen: 20 bis 30 Minuten. Wenn Unterlagen fehlen, 1 bis 2 Tage, bis Sie alles zusammengesucht haben.

Videotermin: meistens innerhalb von 3 bis 7 Tagen buchbar, gelegentlich schneller. In Hochphasen kann es auch 10 Tage dauern.

Rezeptausstellung: nach dem Termin oft am selben oder nächsten Werktag. E-Rezept für Cannabis ist in Deutschland derzeit nur eingeschränkt möglich, oft wird ein BtM-Papierrezept erstellt und per Post oder direkt an eine Partnerapotheke gesendet. Planen Sie 1 bis 3 Werktage Versand, wenn keine Direktanbindung besteht.

Kassenantrag: 2 bis 5 Wochen. Bei Nachfragen durch den MD kann es länger werden. Mit sauberer Dokumentation bleibt es häufig im 3-Wochen-Korridor.

Titration: 2 bis 4 Wochen, bis eine stabile Dosis gefunden ist. Zu schnelle Steigerungen sind die häufigste Fehlerquelle für Nebenwirkungen.

Wer parallel Beruf und Familie organisiert, sollte die ersten 10 bis 14 Tage bewusst entlasten, damit Dosisanpassungen nicht im stressigsten Meeting des Monats stattfinden.

Häufige Stolpersteine, die man vermeiden kann

Die meisten Verzögerungen sind nicht medizinisch, sondern organisatorisch. Das Gute daran: Man kann sie vorbereitend lösen.

Keine belastbaren Vorbehandlungen: “Hab schon vieles probiert” ohne Dosis und Dauer wirkt wie ein Bauchgefühl. Besser zwei kurze Absätze pro Versuch, mit Eckdaten. Das macht Anträge stabil.

Vage Therapieziele: Wenn alles gleichzeitig besser werden soll, wird nichts messbar. Ein primäres Ziel definieren, ein sekundäres optional.

Überoptimismus bei der Verkehrstüchtigkeit: Einmal inhalieren und eine Stunde später fahren funktioniert nicht sicher. Wenn Ihr Alltag Mobilität erfordert, planen Sie die Einnahme in klare Fenster, ideal außerhalb der Fahrzeiten.

Fehlende Rückmeldungen im Monitoring: Ärztinnen brauchen Daten, keine Stimmungsberichte. Kurzes Protokoll: Datum, Dosis, Wirkung in Zahlen, Nebenwirkung ja/nein. Drei Zeilen pro Tag reichen.

Wechselwirkungen unterschätzt: Johanniskraut, bestimmte Antiepileptika und manche Psychopharmaka verändern die Wirkung. Offenlegen, aktuell halten, Rückfragen zulassen.

Ein realistisches Szenario

Nehmen wir Anna, 34, Softwareentwicklerin, chronische lumbale Schmerzen seit einem Bandscheibenvorfall. Physiotherapie konsequent, Ibuprofen verträgt sie nicht, Duloxetin half wenig und brachte Übelkeit, ein Opiatversuch war kurz und unangenehm. Schlaf 5 Stunden, oft unterbrochen. Sie fährt selten, arbeitet remote.

Anna registriert sich, lädt zwei Orthopädiebriefe und MRT-Bilder als PDF hoch, schreibt kurz zu den Medikamentenversuchen mit Dosis und Dauer. Im Videotermin legt sie als Ziel fest: Schlaf auf 7 Stunden und Reduktion der Schmerzspitzen ab 18 Uhr. Die Ärztin startet mit einem THC/CBD-Extrakt in niedriger Dosis am Abend und einer kleinen Bedarfsoption als Vaporisat für akute Spitzen, aber erst nach der Arbeit. Rezept kommt nach zwei Tagen bei der Partnerapotheke an. Nach einer Woche dokumentiert Anna 6,5 Stunden Schlaf, Nebenwirkung leichte Mundtrockenheit. Dosis wird moderat erhöht. Nach vier Wochen stabilisiert sich der Schlaf auf 7 bis 7,5 Stunden, Schmerzspitzen reduzieren sich von 8/10 auf 5/10. Mit diesen Daten stellt die Ärztin einen GKV-Antrag. Vier Wochen später kommt die Genehmigung. Der Prozess funktionierte, weil Ziele klar waren und die Dokumentation stimmte.

Das Gegenbeispiel ist genauso lehrreich: Tom, 28, ADHS, unregelmäßiger Tagesablauf, Eigenmedikation mit Straßen-Cannabis, keine dokumentierten Therapieversuche, fährt täglich. Er wünscht ein Tagesprofil mit hoher THC-Dosis. Im Gespräch tauchen Konzentrationsschwächen und Panikattacken nach starkem THC auf. Hier wird die Ärztin vermutlich ablehnen oder einen sehr vorsichtigen, CBD-betonten Einstieg vorschlagen, plus Empfehlung für strukturiertes ADHS-Management und klare Regeln zur Verkehrstüchtigkeit. Nicht weil Tom “böse” ist, sondern weil das Risiko-Nutzen-Verhältnis im aktuellen Setting schlecht ist.

Rechtlicher Rahmen und Führerscheinfragen

Medizinisches Cannabis ist ein Betäubungsmittel, das ärztlich verordnet werden kann. Das heißt nicht, dass automatisch jede Fahrt mit THC im Blut legal ist. Entscheidend ist, ob Sie unter Wirkung fahren. Rechtlich wird die Eignung zur Teilnahme am Straßenverkehr unter Cannabistherapie individuell betrachtet. Das Praktische daran: Sie können sichere Fenster planen. Wer abends dosiert und mindestens über Nacht plus die berufliche Anfahrt pausiert, reduziert das Risiko erheblich. Dokumentation und ärztliche Bescheinigung über die Therapie sind hilfreich, sie ersetzen aber keine Fahrtauglichkeit.

Im Arbeitskontext gilt: Sicherheitsrelevante Tätigkeiten brauchen klare Absprache mit dem Arbeitgeber, oft mit Betriebsarzt. Nicht selten ist eine rein abendliche Dosierung mit definierter Karenzzeit die pragmatische Lösung. Konflikte entstehen, wenn informelle Einnahme und Schichtdienst kollidieren. Dann müssen entweder die Schichten angepasst oder eine alternative Medikation geprüft werden.

Datenschutz, Datensicherheit und Vertrauen

Telemedizin funktioniert nur, wenn Daten geschützt und Abläufe transparent sind. Seriöse Anbieter arbeiten mit Ende-zu-Ende-verschlüsselten Videotools, rollenbasierter Datenfreigabe und revisionssicherer Dokumentation. Sie als Patient bestimmen, welche Apotheke Ihr Rezept erhält, und Sie sehen, welche Daten gespeichert werden. Fragen Sie ruhig nach: Wo liegen die Server, wer hat Zugriff, wie lange werden die Daten vorgehalten? Seriöse Antworten kommen schnell und verständlich, nicht in juristischer Nebelsprache.

Ein praktischer Tipp: Benennen Sie Ihre Dateien sinnvoll, etwa “Orthopädie Brief2023-11.pdf” statt “Scan003.pdf”. In langen Akten sparen klare Namen allen Beteiligten Zeit.

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Was ein gutes Online-Gespräch von einem schlechten unterscheidet

Die Qualität zeigt sich in kurzer Zeit. Gute Termine wirken ruhig und fokussiert, Sie fühlen sich weder abgefertigt noch befragt wie in einer Grenzkontrolle. Die Ärztin erklärt, warum sie eine Dosis vorschlägt, und was passiert, wenn Nebenwirkungen auftreten. Sie erhalten klare Handlungsanweisungen und wissen, wann Sie wieder berichten sollen. Schlechte Termine enden oft in Vagheit: “Probieren Sie mal”, ohne Zielwerte, ohne Plan B. Wenn Sie das spüren, fragen Sie nach konkreten Leitplanken: Zielparameter, Dosissteigerungsplan, Notfallzeichen, nächste Kontaktmöglichkeit.

Was es kostet und wie Sie Budgets realistisch planen

Die ärztliche Erstbegutachtung in der Telemedizin wird meist privat nach GOÄ abgerechnet, Beträge zwischen etwa 60 und 150 Euro sind üblich, abhängig von Dauer und Komplexität. Die Folgetermine liegen oft niedriger. Medikamente variieren stark im Preis, von unter 200 Euro im Monat bei niedriger Dosis bis jenseits von 400 Euro bei höheren, THC-dominanten Protokollen. Wer knapp kalkuliert, sollte die Dosiswege besprechen, die Kosten planbarer machen: gezielte Abenddosis statt Dauerbedarf, Extrakt statt häufiger Inhalation, um die Verbrauchsspitzen zu glätten. Wenn die Kasse zahlt, bleibt die Zuzahlung im gesetzlich geregelten Rahmen, meist überschaubar.

Ein sinnvoller finanzieller Fahrplan: zwei Monate Budget für eine mögliche Übergangsphase einplanen, parallel den Kassenantrag sauber vorbereiten. Wer diese Reserve nicht hat, sollte das direkt im Termin ansprechen. Es gibt oft eine therapeutische Lösung mit niedriger Einstiegslast, die medizinisch tragfähig ist.

Was nach der Genehmigung gerne vergessen wird

Die Therapie endet nicht mit dem Rezept. Drei Dinge halten den Erfolg stabil:

Regelmäßige Verlaufsmessung: Einmal im Monat zwei Skalenwerte und eine kurze Freitextnotiz. Das reicht, um Trends zu erkennen.

Interaktionen neu bewerten: Kommt ein neues Medikament dazu, melden. Selbst scheinbar harmlose Präparate können relevant sein.

Rezeptmanagement: BtM-Rezepte haben Formalien. Planen Sie 7 bis 10 Tage Vorlauf, besonders vor Feiertagen. Unter Zeitdruck entstehen die meisten Versorgungsabrisse.

Wann Cannabis nicht der richtige nächste Schritt ist

Es gibt Situationen, in denen wir online klar sagen: heute nicht. Akute psychotische Episoden, instabile schwere Depression mit Suizidalität, fehlende Basisdiagnostik bei plötzlich aufgetretenen Schmerzen, ungeklärte kardiale Symptome. Auch bei unausgeglichenem Substanzgebrauch ist eine vorherige Suchthilfe-Anbindung sinnvoll. Ehrliche Gegenanzeigen sind kein Urteil über Sie, sondern eine Entscheidung zugunsten von Sicherheit und Therapieerfolg. Und manchmal gilt: Erst die Basis reparieren, dann feinjustieren.

Kurzer Spickzettel für Ihren ersten Termin

    Ein Befundpaket mit den 3 wichtigsten Dokumenten vorbereiten, sauber benannt. Zwei bis drei Vorbehandlungen knapp mit Dosis, Dauer, Ergebnis beschreiben. Ein primäres Therapieziel festlegen und eine Zahl dazu nennen, an der man Erfolg misst. Arbeits- und Fahrzeiten parat haben, um die Einnahmefenster zu planen. Wechselwirkungen prüfen, aktuellen Medikationsplan hochladen.

Dieser kleine Aufwand verwandelt den Termin von “wir schauen mal” in eine gezielte Therapieentscheidung.

Das Wesentliche in einem Satz

Die Online-Begutachtung bei Weed.de funktioniert, wenn medizinische Notwendigkeit klar dokumentiert ist, Ziele messbar definiert sind, Risiken offen angesprochen werden, und die ersten 4 bis 8 Wochen als gemeinsame Test- und Lernphase verstanden werden. Dann wird aus dem digitalen Prozess eine verlässliche Therapie, die im Alltag trägt.